Bücher über Foto-Kameras

Eigentlich ist es nicht zu verstehen, dass man teure Bücher kaufen muss, um die Bedienung seiner Kamera zu erlernen. Aber leider packt mittlerweile kein Hersteller seiner Kamera eine vernünftige Bedienungsanleitung bei. Auch die downloadbaren Dokumente sind oft unbrauchbar, weil wenig anschaulich, unübersichtlich oder schlecht übersetzt.

 

Bleibt nur der Weg in die Buchhandlung.

Bücher über Kameras sollten ausschließlich eines enthalten: Informationen über Kameras. Die Vermittlung fotografischen Wissens sollte den kameraunabhängigen Fotoschulen überlassen werden. Kamerabücher werden dadurch unnötig aufgebläht und unübersichtlich. Ebensowenig erwarte ich viele (womöglich großformatige) Fotos, die ohne Bezug zur Kamera stehen – dafür gibt es Bildbände oder Ausstellungen.

 

So stehe ich auch mit den meisten im Buchhandel erhältlichen Kamerabüchern auf Kriegsfuß. Selbst rennomierte Verlage wie dpunkt, Franzis, Rheinwerk oder Vierfarben (und seit Neuestem wieder: Markt und Technik), die ich ansonsten sehr schätze, bieten leider nur solchen  „Mischmasch“ an; zu unübersichtlich, aufgebläht, dick und schwer, als dass man solch ein Buch zur Kamera in die Fototasche packt. Viele Bücher stehen als PDF zur Verfügung und können somit auf Mobiltelefon, Tablet oder Laptop durchaus immer dabei sein – am sinnlosen Umfang und der daraus resultierenden Unübersichtlichkeit ändert dies aber nichts. 

 

Eine einzige Reihe fiel mir in der jüngeren Vergangenheit etwas positiver auf: Die Kamera-Bücher des Point-Of-Sale-Verlages. Offenbar gibt es dort nur zwei Autoren, aber die Bücher sind recht gut strukturiert und gut lesbar geschrieben. Leider sind die Bände nicht in digitaler Form verfügbar. Lediglich wenige Titel sind für spezielle Apps verfügbar, die dann aber nur auf dem jeweils zugrundeliegenden System laufen und lesbar sind – alle anderen, oben genannten Verlage sind da weiter und publizieren PDFs mit Wasserzeichen, die ohne Probleme auf jedem Gerät darstellbar sind.

 

Es gibt sie zu populären Kameras von Canon, Fujifilm, Nikon, Panasonic, Olympus, Sony usw., hier der Link zum Gesamtprogramm.

 

Zunächst werden meist sehr ausführlich die Bedienung aller Kameraelemente und die Menü-Einstellungen beschrieben. Dann folgen Kapitel über den grundlegenden Praxiseinsatz; von den diversen Möglichkeiten des richtigen Scharfstellens über die Belichtungseinstellung (inkl. des Rauschverhaltens anhand vieler Beispiele) bis hin zum Blitzen. In den neueren Ausgaben befindet sich auch meist ein ausführlicheres Kapitel zum Thema Video. Schließlich werden Objektive und Zubehör vorgestellt. Eine Fotoschule im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, stattdessen folgen Workshops (oder sind über das Buch verteilt), in denen bestimmte Themen oder Motivsituationen kameraspezifisch behandelt werden. Das ist für mich gerade noch akzeptabel.

 

Trotz aller positiven Dinge: Auch hier wird m. E. zuviel Füllmaterial beigefügt (bis hin zu Fotos, die auch in anderen Bänden der Reihe auftauchen – somit also unnötige Redundanzen darstellen). Wirklich kompakte Begleiter sind also auch diese Bücher nicht, zumal es sie nicht in digitaler Form als PDF oder E-Book gibt.