Beethoven – Die Sinfonien

Sämtliche Sinfonien Beethovens mit René Leibowitz als Dirigenten, bei Qobuz als Super-Angebot für 4,99 EUR in CD-Qualität (verlustfreies FLAC 16Bit/44KHz) zum Download. Da sollten Musikliebhaber/-innen zuschlagen!

Die Aufnahmen entstanden 1961 mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Die klangliche Qualität kann mit guten modernen Aufnahmen nicht unbedingt voll mithalten und ist z. T. auch inhomogen; so sind z. B. die 3. und die 5. Sinfonie vergleichsweise hallig aufgenommen. Ich habe jedoch auch schon viele deutlich schlechtere Aufnahmen gehört. Gemessen am Erstveröffentlichungsdatum klingen die Aufnahmen wider Erwarten sogar erfreulich frisch und gut durchhörbar.

 

Letzteres liegt natürlich auch an der Art, wie die Sinfonien von den Interpreten dargeboten werden. Völlig von romantisierenden Elementen befreit, treibt Leibowitz das Orchester voran – besonders den schnellen Sätzen bekommt diese Lesart sehr gut. Trotz der zügigen Tempi bleiben keine Details auf der Strecke, wie das z. B. bei der – teilweise allerdings noch schnelleren – recht neuen Chailly-Einspielung der Fall ist. Es wird ein hohes Spannungspotenzial aufgebaut. Lediglich einige langsame Sätze (z. B. das Andante in der Sechsten) wirken ein wenig emotionsärmer.

 

Die schwierige 9. Sinfonie ist – auch im Finale – frei von jeglichem pathetischen Schwulst. Würden die Gesangs-Solisten besser artikulieren, wäre es für mich die vielleicht beste Interpretation dieser Sinfonie.

  

Vor mehr als 50 Jahren muss diese Gesamt-Einspielung revolutionär gewirkt haben. Leider wurde sie zunächst kaum zur Kenntnis genommen: Zum einen wurde sie als Billigaufnahme über Reader's Digest veröffentlicht; zum anderen wurde fast zeitgleich Karajans erste Gesamteinspielung für die Deutsche Grammophon, begleitet von massiven Werbemaßnahmen, auf den Markt gedrückt. 

 

Dennoch entwickelte der Leibowitz-Zyklus später eine Art Referenz-Status für moderne Beethoven-Interpretation. Selbst heute kann man ihn noch als Referenz ansehen. Deswegen sollte er – zumal zu diesem günstigen Preis – in keinem (digitalen) Plattenschrank fehlen.