Beethoven – Die Klaviertrios

Wie fast immer bei Gesamt-Einspielungen hörte ich in eine lange Reihe aktueller Tonträger hinein und verglich etliche auch sehr intensiv miteinander. Um es kurz zu machen: Es blieben nur vier übrig, die mich wirklich ansprachen.

Die klangtechnisch sehr gute Aufnahme mit dem Guarneri-Trio aus Prag war mir für meine Beethoven-Sicht dann doch ein wenig zu weich und in den Tempi der schnellen Sätze einen Tick zu langsam. Die schon etwas ältere Aufnahme mit dem Beaux Arts Trio kann klanglich vielleicht nicht ganz mithalten (etwas dünner, manchmal spitzer Klang), ist jedoch recht zügig und präzise gespielt. Allerdings wirkt das Spiel für mich auch oft ein wenig zu nüchtern. Auch die Aufnahme des Florestan-Trios ist klanglich nicht ganz überzeugend (manchmal etwas diffus und dumpf), wird aber mit sehr viel Elan dargeboten.

 

Alle drei Aufnahmen hoben sich für mich schon deutlich aus der Masse heraus, jede auf eine andere Art. Die Aufnahme, bei der für mich jedoch wirklich alles stimmt, ist eine Low-Budget-Produktion von Brilliant Classics mit jungen, noch recht wenig bekannten Musikern: 

 

 

Ludwig van Beethoven

Sämtliche Klavier-Trios

Trio Elegiaque

Brilliant Classics 2012, 5 CDs

JPC | Qobuz

 

Zügige Tempi und gute Ausgewogenheit zwischen den Interpreten zeichnen diese Aufnahme aus. Der Pianist spielt vielleicht nicht ganz so präzise, wie Menahem Pressler vom Beaux Arts Trio; dies ist aber – falls man es denn überhaupt so bezeichnen möchte – der einzige kleine Makel.

 

Ansonsten wird, ähnlich dem Florestan Trio, in den schnellen Sätzen zupackend, manchmal fast feurig musiziert. Aber dem Trio Élégiaque gelingen auch die langsamen, ruhigeren Sätze beeindruckend. Vor allen Dingen wird Beethoven nicht romantisiert oder weichgespült.

 

Sehr spannend ist auch die Zugabe Beethovens Transkription seiner zweiten Sinfonie für Klavier, Violine und Violoncello. Die Reduktion auf drei Instrumente befreit das ohnehin recht schlanke Werk von jeglichen Ballast.

 

Der Klang ist sehr detailreich, differenziert und verfärbungsarm. Die Instrumente sind im Raum präzise ortbar, sogar über Kopfhörer. Somit setzt sich diese Produktion für mich – wenn auch in Einzelwertungen manchmal nur knapp – vor allen anderen ab und wandert direkt in meine Sammlung.